Sommer 2016, ein paar Monate zuvor habe ich den Entschluss gefasst, mein Leben zu “Entschleunigen” und einfach mal mit Rucksack und Zelt loszuziehen. Nun ist es soweit, der Eifelsteig wartet auf uns…

Eifelsteig Etappe 1

Kornelimünster, der Ausgangspunkt

Wir waren da, an einem schönen und milden Sommermorgen standen wir zwei, also ein Freund und meine Wenigkeit, nun nach nur kurzer Planung in Kornelimünster bei Aachen. Unsere Ausrüstung war spärlich, genau wie unsere Erfahrung mit Weitwanderwegen wie dem Eifelsteig, aber wir waren voller Motivation und Tatendrang.

Hier in Kornelimünster, an der Benediktinerabtei vor der wir nun standen begann der 313 km lange Eifelsteig, der mit seinen 15 Etappen von unserem Startpunkt bis nach Trier in Rheinland Pfalz führt.

Ziel unserer Reise war jedoch nur das 31 km entfernte Monschau in der Eifel, was wir nach zwei Tagesetappen und einer Übernachtung in Roetgen zu errreichen hatten.

Beim Verlassen von Kornelimünster folgten wir der Streckenmarkierung die sehr gut Sichtbar an Laternen und Zäunen angebracht war. Wir folgten der Inde, die leise neben uns plättcherte bis zu unserer ersten Steigung in der Nähe von Hahn.

Eifelsteig Abtei
Benediktinerabtei

Außer Puste!

“Ist doch kein Problem, so hoch ist das doch gar nicht”. Hörte ich mich sagen, aber als wir oben ankamen waren wir froh um die Bank die uns dort eine Wilkommene Sitzgelegenheit bot.

Damit hätte ich wirklich nicht gerechnet, aber die Steigung die hinter uns lag Bestand aus Treppenstufen, ähnlich wie kleine Plateaus, jede etwa bis zu 30cm hoch. Das brachte uns schnell ins schwitzen, wir hatten ja immerhin jeder knapp 13 kg Gepäck auf dem Rücken und ich hatte auch keine gute Kondition.

Doch schnell wurden die Rucksäcke wieder auf die Schultern geschmissen und wir steuerten auf Hahn zu, einer von mehreren Dörfern durch die wir gingen.

Eifelsteig Brücke

Kalkofenanlagen und Abenteuer im Sand

Als wir Hahn hinter uns gelassen hatten stießen wir auch nur kurze Zeit später auf Überreste der alten Kalkbrennöfen, sowie kurz vor Walheim auf weitere Trichterkalköfen. Diese sind durchaus ein Blick Wert und immer noch gut erhalten.

Eifelsteig Kalkbrennofen
Kalkbrennofen

Ein Kalkofen ist ein Brennofen für die Herstellung von Branntkalk aus Kalkstein. Den Prozess an sich bezeichnet man als Kalkbrennen, der durch die Berufsbezeichnung Kalkbrenner entstandene Familienname leitet sich hieraus ab.

Wikipedia

Eifelsteig Kalkbrennofen

Wir verließen den Wald, die Überreste der Brennöfen und die Ruhe, und fanden uns auf einem Abenteuerspielplatz wieder. Tja… der Eifelsteig ging mitten hindurch. Links und Rechts spielende Kinder und wir mit unseren Turmhohen Rucksäcken mittendrin. Merkwürdige Blicke der Eltern blieben nicht aus und so machten wir uns schnell aus dem Staub.

Wald ohne Weg!

Nach der Flucht vor den Blicken vieler Eltern machten wir unsere zweite kurze Verschnaufspause, kurz eine Kleinigkeit gegessen, ein paar Schlücke getrunken und es ging weiter. Wir betraten erneut Waldweg aber jetzt ging es erst einmal bergauf, und das eine ganze Weile. Es zerrte an meiner Kraft, die Sonne brannte mittlerweile am Himmel und mir lief der Schweiß in Bächen durchs Gesicht. Die Waden brannten allmählich, wie schon gesagt, ich war körperlich nicht auf so eine Tour vorbereitet, ich war nur Motiviert, und diese verlor ich allmählich.

Doch endlich oben angekommen machten wir erst einmal Rast in einer der vielen Wetterpilzen, die überall in den am Weg des Eifelsteigs aufgestellt sind. Doch wir mussten weiter, lange wurde nicht verschnauft, Rucksack auf und weiter.

Plötzlich trauten wir unseren Augen nicht, sind wir falsch abgebogen? Der Weg war weg, vor uns lag ein Nadelwald, aber kein Wanderweg mehr, kurz wurde sich umgeschaut… dann wurde das erste Symbol des Eifelsteigs ausgemacht. Puh… wir waren noch richtig, der Weg führte uns gerade durch den Wald. Unsere Schuhe federten förmlich über den weichen Waldboden, bisher verlief der Weg ja überwiegend auf Waldwegen und befestigten Wegen. Doch dies hier war andern, es war ein angenehmeres gehen und ließ mich den Schmerz in den Beinen und Füßen einmal kurz vergessen.

Moor und Talbachsperre

Wir erreichten das Naturschutzgebiet Stuffelt. Hier setzten wir unseren Weg auf Holzstegen fort. Diese waren in Einwandfreien Zustand und wir genossen den Blick über diese Wunderschöne Landschaft. Jedoch mussten wir nach nur wenigen Metern feststellen, dass wir die Wanderstöcke, in deren Genuss wir einige Kilometer zuvor gekommen waren hier wohl nicht gebrauchen konnten. Wir blieben immer wieder mit den Spitzen zwischen den Holzbrettern stecken.

Eifelsteig Hohes Venn
Naturschutzgebiet Stuffelt

Nachdem wir den Holzweg verließen, ging es endlich einmal abwärts, wir folgten der Beschilderung und gelangten zur Dreilägerbachtalsperre. Nun mussten wir uns nur noch den doch sehr steilen Abstieg wagen, der mit unseren doch recht schweren Rucksäcken gar nicht so leicht war. Wir mussten immer darauf achten, nicht zu schnell zu werden um nicht das Gleichgewicht zu verlieren oder Abzurutschen.

Eifelsteig Dreilägertalbachsperre
Dreilägerbachtalsperre
Eifelsteig Dreilägerbachtalsperre
Eifelsteig Dreilägerbachtalsperre Wald

Nun waren es nur noch wenige Kilometer bis Roetgen und nach einer erneuten Steigung, die ich so langsam auch nicht mehr sehen konnte hatten wir schon eine schöne Aussicht auf unser Ziel. Jetzt mussten wir nur noch unseren Campingplatz finden der sich nach unseren Informationen im Zentrum von Roetgen befinden sollte. Doch vorher mussten wir uns noch ums Leibliche Wohl kümmern, so machten wir einen Abstecher zum Supermarkt. Ja jetzt schleppten wir nicht nur unsere schweren Rucksäcke auf dem Rücken, sondern auch noch Tüten mit unserem Abendessen und Getränken für den Abend und den nächsten Tag.

Nach erreichen des Campingplatzes bauten wir nur noch fix das Zelt auf, sprangen unter die Dusche und dann schmissen wir uns das zuvor erworbene Fleisch auf den kleinen mitgebrachten Grill. Ja wir haben einen Grill mitgenommen, wir hatten ja noch keinen Kocher oder ähnliches.

So endete dann der erste Tag, mit schmerzen in den Beiden, pochenden Füßen, und einem breiten grinsen im Gesicht. Wir haben den ersten Teil geschafft.

Infos

Wanderroute: Eifelsteig Etappe I

Zeitraum: Sommer 2016

  • Art: Fernwanderweg

  • Start: Kornelimünster

  • Ziel: Roetgen

  • Länge: 14km

  • Aufstieg: 352m

  • Abstieg: 174m

Weitere Infos zur Tour / Offizielle Seite:  Eifelsteig.de

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