Wir fühlten uns versetzt in eine andere Welt, als würden wir durch eine Fantasy-Kulisse wandern. Doch dafür mussten wir nicht einmal weit reisen oder gar in ein Flugzeug steigen, es lag fast vor unserer Haustüre.
Unser Ziel war die Kleine Luxemburger Schweiz, wir wollten in zwei Tagen den Mullerthal-Trail laufen. Doch es sollte anders kommen als geplant.

Aber lest ruhig selbst. Ich wünsche euch viel Spaß.

Vorüberlegung

Eigentlich wollten wir an dem besagten Wochenende nach Rheinland-Pfalz und dort von Trekkingplatz zu Trekkingplatz wandern. Denn dort gibt es ein schönes Konzept was sich echt Interessant angehört hat.

Hier geht’s zur Info Seite Trekking-Pfalz, kannst du ja mal vorbeischauen wenn es dich interessiert. Trekking-Pfalz.de

Doch leider waren für unser geplantes Wochenende schon alle Plätze im Wald belegt und wir mussten kurzfristig umplanen.

Ein Plan B musste her. Kennst du das?

Also wurde sich hingesetzt und überlegt, dann viel es mir plötzlich ein. Vor gar nicht allzu langer Zeit habe ich von einem Wanderweg gelesen, in dem es durch die Luxemburger Schweiz ging.

Es sollte dort Aussehen wie in einem Fantasy Roman.

Kurzerhand habe ich mir dann ein paar Tage vor Anreise auf der Internetseite Best-of-Wandern noch kostenloses Infomaterial bestellt, was aber wie schon zu erwarten war, erst ankam als wir wieder zuhause waren. Habe einfach zu Spät dort bestellt. Übrigens ist das Infomaterial echt super gewesen, auch wenn es zu spät kam.

Eine Karte von der Umgebung und dem Mullerthal-Trail sollte es aber vor Ort geben.

Über die Packliste brauchte ich mir keine Gedanken machen, die Ausrüstung sollte die gleiche bleiben wie für die Pfalz.

Bei Interesse werde ich meine Packliste auch einmal veröffentlichen. Schreibt es einfach mal in die Kommentare.

Start des Mullerthal-Trail

Tag X war gekommen, es ging für uns auf den Mullerthal-Trail. Tagesziel war für uns das Dorf Müllerthal, dort wollten wir dann auf dem hiesigen Campingplatz unser Zelt für die zweite Nacht aufbauen.

Wir hatten keine wirklich lange Anreise, da wir schon am Vortag bis nach Ernzen gefahren waren. Dort sind wir durch die Teufelsschlucht gewandert und haben die Teuflische Acht bezwungen.

Hier geht’s zum Artikel vom ersten Tag

Teufelschlucht
Teufelsschlucht - Die Teufliche Acht

So konnten wir schön früh unseren Weg Richtung Müllerthal bestreiten.

Das Auto wurde also in Echternach geparkt und die schweren Rucksäcke geschultert. Der Tag zuvor lag uns teilweise noch in den Knochen, der Weg durch die Schluchten in Ernzen waren nicht ohne und quälten schon gut die Oberschenkel.

Vom Auto ging es jetzt zum Startpunkt des Mullerthal-Trail, einmal durch die Wohnsiedlung von Echternach. Die erste Wegmarkierung war schnell gefunden und wie schon zu erwarten war, mussten wir nun erst einmal bergauf. Und das gute 700 Meter.

Naja, so wurden die müden Muskeln so richtig warm und man kam schon gut auf Touren.

Oben angekommen hätte ich aber ein Sauerstoffzelt gebrauchen können.

Es sollte noch höher gehen

Kaum oben angekommen, wunderte ich mich, warum sich dort so eine Menschenmenge versammelte. Alle standen sie mit ihren Handys in den Händen dort und staunten. Für mich war leider durch ein Felswand noch nichts zu erkennen. Doch als ich um die Ecke kam stand mir die Überraschung wohl ins Gesicht geschrieben. Mir viel sprichwörtlich die Kinnlade runter.

Wir standen vor der Wolfsschlucht. Ein paar Treppenstufen ging es noch hinab, bevor es auf der Gegenüberliegenden Seite über unzählige Stufen steil den Berg hinauf ging. In dieser Felsspalte lebten früher die Wölfe, sie fanden dort Zuflucht und gaben dem Ort seinen Namen.

Sind wir nicht gerade erst oben angekommen? Reichte das nicht? Mussten wir da wirklich hoch?

All diese Fragen gingen mir kurz durch den Kopf, als wir dort standen, mit den Handy in der Hand, genauso wie alle anderen.

Es kamen sogar welche mit ihren Fahrrädern um die Ecke, blieben mit aufgerissenen Augen vor der Wolfsschlucht stehen und überlegten wohl wie sie hier weiterkommen sollten.

Für uns ging es nun die Stufen hinauf. Beziehungsweise erst runter, dann rauf.

Langsam, Schritt für Schritt, wir hatte ja immerhin schwere Rucksäcke auf dem Rücken und hier wollte keiner das Gleichgewicht verlieren.

Was kommt bekanntlich nach dem Aufstieg? Nein nicht der Fall…

Aber es ging erneut bergab. Das kannten wir ja schon vom Vortag, auf der Teuflischen Acht machten wir das gleiche mit.

Für eine kurze Zeit wanderten wir nach dem Abstieg nun über einen angenehmen Wanderweg der uns zu einer kleine Brücke führte an der auch eine Wetterschutzhütte auf uns wartete.

Wir machten unsere erste Pause. Schon jetzt waren unsere Shirts durchgeschwitzt aber wir waren noch Motiviert.

Labyrinth oder doch keins?

Weite ging es, wieder einmal beginnend mit einer Steigung, durch Wunderschöne Felsformationen. Bis wir vor einer Felswand standen auf der mit Farbe das Wort Labyrinth geschrieben wurde.

Der Trail führte uns hier über eine kleine Treppe hinab in eine Felsspalte.

Hier sollte wohl ein Irrgarten aus Felsen auf uns warten, doch der Weg führte uns ganz Eindeutig in eine Richtung, ein Labyrinth war es nicht wirklich, doch es sah beeindruckend aus.

Nach dem Labyrinth oder was es auch sein sollte, kamen wir ins Aesbachtal. Dort schlängelte sich der Mullerthal-Trail durch eine Landschaft die wirklich einem Fantasy-Film zu entsprungen schien.

Immer wieder ging es hier über Holzbrücken und nah an den Felswänden vorbei.

Dank des Wanderparkplatzes, an dem wir hier vorbei kamen, war hier einiges los. Die meiste Zeit waren wir ja alleine Unterwegs, doch nicht hier im Tal, hier liefen wir in einem Strom aus Menschen. Doch wir schienen die einzigen zu sein, die so bescheuert waren, diesen Weg mit einem Trekkingrucksack zu laufen.

Im Anschluss an das Aesbachtal ging es für uns nun hinauf in die Huelee.

Einer Höhle aus der früher die Umliegenden Müller ihre Mühlsteine gehauen haben und dessen Spuren man noch heute sehen kann. Dann noch vorbei am Amphitheater, weiter bergauf bis nach Berdorf.

Halbzeit.
Wir hatten die Hälfte des Weges hinter uns und waren schon ordentlich geschafft. Was für ein Anstrengender Weg. Wunderschön aber doch so Anstrengend. Was wir aber zu diesem Zeitpunkt noch nicht wussten, es sollte noch schlimmer werden.

Doch nun machten wir erst einmal Rast in einem Lokal in Berdorf, bevor es nach kalten Getränken und einer Ordentlichen Sitzpause wieder weiter auf den Mullerthal-Trail ging.

Der richtige Rucksack für solche Abenteuer

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Von Tälern und Felsspalten

Kurz nachdem wir das Dorf verlassen haben, befanden wir uns auch schon wieder im Wald. Genauer gesagt gingen wir erneut durch ein Tal, folgten dort einem trockenen Flussbett zwischen Felsspalten hindurch. Des öfteren mussten wir dort in die Knie gehen, um unter den Vorsprüngen hindurch zu kommen. Unsere Rucksäcke waren schon verdammt hoch und das belastete die Beine noch zusätzlich.

Nachdem wir so fröhlich durch das Tal gelaufen waren, ging es nun über eine Hauptstraße und auf der anderen Seite eine Treppe hinauf.

Wir standen vor einer Felsspalte. Ich passte zum Glück so hindurch, doch meine beiden Wegbegleiter mussten ihre Rucksäcke absetzten und vor sich hertragen. Natürlich ging es dort wie nicht anders zu erwarten auch zusätzlich bergauf. Flach wäre ja zu langweilig gewesen.

Je weiter wir nun kamen, desto mehr verfluchten wir den Weg. Jeden Meter den wir machten, machten wir durch eine Wunderschöne Landschaft. Die Felsformationen sind dort echt Atemberaubend. Aber das ständige auf und nieder, mit so schweren Rucksäcken, raubte uns nicht nur die Kraft, sondern auch langsam die Motivation.

Wer zum Teufel hat sich diesen Weg ausgesucht?

Ach ja, das war ja ich…

Langsam wurde die schöne Kleine Luxemburger Schweiz nur noch zur Nebensache.

Wir konzentrierten uns nur darauf, den Mullerthal-Trail die Stirn zu bieten und hofften einfach nach der nächsten Kurve nicht erneut vor eine Treppe zu stehen. Leider wurden wir dies bezüglich enttäuscht. Die Felsen schienen sich irgendwann auch nur noch zu wiederholen und da nach jedem Aufstieg ja der Abstieg folgt, zitterten dann auch die Oberschenkel bei jedem Schritt die Stufen runter.

Die Pausen die wir machten wurden häufiger und es viel uns immer schwerer, im Anschluss wieder den Rucksack zu Schultern. Aber wir waren ja fast da…

Ankunft in Müllerthal

Nach einer langen und anstrengenden Reise erreichten wir am Nachmittag dann Müllerthal. Unser Etappenziel auf dem Mullerthal-Trail. Jetzt mussten wir nur noch quer durch den Ort um zum dortigen Campingplatz zu kommen. Wo uns dann der Besitzer mitteilte, das er erst einmal schauen müsste, ob noch ein Platz für uns frei wäre.

Hoffentlich, dachten wir. Der nächste Campingplatz im wäre drei oder vier Kilometer entfernt gewesen und das hätten wir Körperlich nicht mehr geschafft.

Zum Glück durften wir bleiben.

Wir legten uns erst einmal hin, alle viere von uns gestreckt lagen wir da auf der Wiese und Zelt aufbauen war erst einmal Nebensache, wir waren nur froh am Ziel zu sein.

Als wir da so lagen warf ich einen Blick auf unsere Karte. Ich hatte kurz vor Schluss noch einen Blick auf die Hinweisschilder geworfen und wusste so, das wir eine Strecke von 12,5 km zurück gelegt hatten.

Ok dachte ich mir, wie weit müssten wir denn morgen wandern?

Einfache Mathematik 37km – 12,5km….

Ach du Sch**ße… du kannst es ja mal nachrechnen.

Nachdem wir unser Zelt fix aufgebaut hatten und unter die Dusche gehüpft waren, beschlossen wir bei einem kalten Getränk, es unserem Körper zuliebe sein zu lassen und die Tour am dritten Tag abzubrechen. Denn egal wie sehr wir uns auch gewünscht hätten den Mullerthal-Trail komplett zu laufen, 24,5 Kilometer hätten wir an einem Tag nicht geschafft.

Manchmal muss man einfach auf seinen Körper hören, wenn es zu viel wird muss man in den sauren Apfel beißen und einfach Schluss machen. Es kommen ja noch weitere Tage und Wochenenden und ich war garantiert nicht das letzte mal in der Kleinen Luxemburger Schweiz unterwegs.

Mein Fazit

Also die Landschaft ist Klasse und ich lege es jedem nahe, der Kleinen Luxemburger Schweiz einmal einen Besuch abzustatten. Doch dann lieber auf einem Campingplatz halt machen und von dort aus Tagestouren in die verschiedenen Regionen machen. Mit einem kleinen Rucksack, der nur mit etwas Proviant gefüllt ist. So kann man diese Fantasy-Landschaft im gesamten Umfang genießen und der Spaß bleibt nicht auf der Strecke.

Mich haben diese dauernden Auf- und Abstiege echt gequält und es wurde zum Schluss verdammt hart und wir mussten so manches mal die Zähne zusammen beißen.

Aber wir haben es geschafft und können stolz auf uns sein.

Ich wünsche allen eine abenteuerliche Zeit in der Luxemburger Schweiz und auf dem Mullerthal-Trail. Wart ihr auch schon einmal da? Wenn ja, schreibt doch mal eure Erfahrungen in die Kommentare.

2 Kommentare

    1. Ja war echt ein hartes Stück und wir waren echt froh es geschafft zu haben. Vor allem waren wir aber auch Stolz.
      Die Landschaft um den Trail war wirklich Atemberaubend und ich war bestimmt nicht das letzte mal dort.
      Gruß Sascha

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