Als ich mit dem Wandern Anfing, habe ich mir nicht sonderlich viele Gedanken über das Rucksack packen gemacht. Alles was mit sollte wurde einfach in den Rucksack gestopft. Am Ende wurde dann noch gut Nachgedrückt und schnell verschlossen. Vielleicht kennst du das ja auch?

Doch spätestens nach der ersten Tour, es war auf dem Eifelsteig von Kornelimünster nach Roetgen, wo mir klar wurde, dass es so nicht funktionieren konnte.

Es musste umgedacht werden.

Also habe ich mich nach dieser Tour ausgiebig mit dem Thema Rucksack packen beschäftigt.

Jetzt möchte ich mein Wissen natürlich mit dir teilen, wäre doch sonst unfair, oder glaubst du nicht?

Doch wie gehst du jetzt vor? Wie packst du deinen Rucksack richtig?

Lies weiter, ich erkläre es dir.

Schritt 1 - Vorüberlegungen sind das A und O

Mit der richtigen Vorüberlegung fängt alles an, ohne diese wirst du definitiv deinen Rucksack nicht richtig packen können. Du wirst immer einen viel zu schweren Begleiter haben, das sorgt schnell für Rückenschmerzen und verdirbt dir schnell jede Tour. Rucksack packen mit Strategie, das ist die Devise.

Doch was meine ich jetzt mit richtiger Vorüberlegung?

Vielleicht kannst du es dir ja schon denken.

Es ist die Vorauswahl deiner Ausrüstungsgegenstände und deiner Kleidung.
Du musst dir vor jeder Tour, bevor es ans Rucksack packen geht, gut überlegen was mit muss und auf was du verzichten kannst.

Bei den meisten fängt es da schon an. Auch ich habe diesen Fehler zu beginn gemacht. Einfach nicht richtig überlegt, alles was mir in den Sinn kam, wurde eingepackt.
Doch einfach alles einzupacken geht verdammt schnell ins Gewicht.

Wie mache ich das also?

Ganz einfach!

Ich breite alles was mir in den Sinn kommt vor dem Rucksack aus, meist habe ich mir vorher schon etwas aufgeschrieben, Notizen gemacht, um nichts zu vergessen.

Wenn nun alles da liegt, fast immer ein ganzer Haufen Zeugs, dann beginne ich, diesen Auszudünnen. Brauche ich das alles? Brauche ich den zweiten Pullover? Reicht da nicht die eine Fleecejacke? Brauche ich dieses oder jenes? Überlege es dir also gut.

Als Faustregel gilt bei Erwachsenen ein Rucksackgewicht von 25% des eigenen Körpergewichts.

Bei Anfängern oder jemanden mit wenig Kondition sollten es jedoch nicht mehr als 15% sein.

Bei Kindern sollte sich das Rucksackgewicht am Alter der Kinder orientieren.
In meinem Artikel Kinder auf Reisen – worauf ich achten muss, gehe ich auf das Thema näher ein.

Vor allem wenn man schon mehrere Touren gemacht hat, fällt es einem leichter.

Wenn man es die letzten Male mitgeschleppt hat, aber dafür gar keine Verwendung hatte, kann man es doch einfach zuhause lassen.

Merke dir also, sortiere aus, bevor es ans Rucksack packen geht! Nimm nichts Überflüssiges mit!

Gepackter Rucksack steht von alleine

Schritt 2 - Vorbereitung fürs Rucksack packen

Bevor es jetzt ans Rucksack packen geht, denk dran, wir wollen ja mit System und Strategie packen.

Denn auch hier ist es wichtig, sich zu beginn kurz Gedanken darüber zu machen, wie alles in den Rucksack gepackt werden soll.

Dazu kann man hingehen und aus dem wilden Haufen an Ausrüstungsgegenständen und Kleidung fünf kleine Häufchen sortieren.

  • Schwere Sachen (Zelt, Kochgeschirr, etc.)

  • Leichtes Gepäck (Wechselkleidung, etc.)

  • Wichtiges (Karte, GPS, Erste Hilfe, etc.)

  • Sperriges (Wanderstöcke, Isomatte, etc.)

  • Bodenfach (Schlafsack, Jacke, etc.)

Das Vorsortieren der Ausrüstung hilft dir nachher dabei, alles Ordentlich in deinem Rucksack zu verstauen. Damit die Last auch richtig verteilt ist.

Was dir auch noch helfen kann, Ordnung im Rucksack zu halten und mit System zu packen sind folgende Tipps:

  1. Wechselkleidung immer passend aufeinander legen und einrollen. Denn gerollte Kleidung kann man im Rucksack nicht nur Platzsparender lagern, es hat auch den Vorteil das du diese schneller findest.

  2. Nutze Packbeutel um Ordnung in deinem Rucksack zu halten. Beutel wie der Deuter Light Drypack* ist nicht nur Wasserdicht und in unterschiedlicher Größe erhältlich, es gibt ihn auch in verschiedenen Farben. Auch das hilft bei der Suche im Rucksack. Man kann zum Beispiel eine Farbe für Wechselkleidung nehmen und eine andere für Schmutzige Kleidung.

  3. Kompressionsbeutel wie die Nordisk Durin-Packbeutel* sorgen für Platz, mit diesen kann man zum Beispiel aus der Kleidung sämtliche Luft herausdrücken. Das verringert das Packmaß bei so manchen Ausrüstungsgegenständen erheblich. Aber vergiss nicht, nur weil die Kleidung komprimiert ist, wiegt diese nicht weniger.

  4. Es bietet sich an, die Essensvorräte in Zip-Beuteln zu lagern. Man kann diese nach Tagen oder sogar nach Tageszeiten sortieren. Ein Beutel fürs Frühstück am Samstag, einen fürs Abendessen am Sonntag. Auch das sorgt beim Rucksack packen für Ordnung und du findest unterwegs alles schnell wieder.

Kleidung einrollen
Kleidung aufeinander legen...
Kleidung eingerollt
...und einrollen

Schritt 3 - Den Rucksack packen

Nachdem du jetzt alles unnötige aussortiert und auf fünf Häufchen aufgeteilt hast. Die Wäsche gerollt und die Essensvorräte in Zippbeutel gepackt hast, kann es ans beladen des Rucksacks gehen.

Zuerst wird nun das Bodenfach eingeräumt.
Ins Bodenfach deines Rucksacks kommen leichte Sachen wie Schlafsack und zum Beispiel eine Jacke. Fleecejacken bieten sich da gut an. So hast du auch unterwegs schnell Zugriff auf eine warme Jacke wenn die Temperaturen abfallen.

Nun wird der Innenraum gepackt.
Alle schweren Gegenstände werden Rückennah platziert. Und die leichten Sachen kommen zum stabilisieren drum herum. Hier zahlt sich unter anderem das Rollen der Kleidung aus. Denn diese sorgen für noch mehr Stabilität.

Schwere Sachen werden immer Rückennah platziert, damit das Gewicht auf die Hüfte weitergeleitet wird und so die Schultern entlastet.

Die Wichtigen Gegenstände kommen nun ins Deckelfach.
So sind diese immer schnell Griffbereit und man muss nicht lange suchen. Stell dir einmal vor, die Kind verletzt sich im Wald und du müsstest erst den halben Rucksack ausräumen um an den Erste Hilfe Beutel zu kommen. Nicht Ideal oder? Oder bei der Dämmerung im Rucksack nach einer Taschenlampe suchen. Alles schon passiert.

Außen am Rucksack bringst du Sperrige Ausrüstungsgegenstände an.
Isomatte, Wanderstöcke und ähnliches. Halt alles was für den Innenraum zu groß wäre. Aber achte darauf, die Sachen richtig zu befestigen. Sie sollten nirgendwo hin und her schwingen oder abstehen, du könntest sonst zum Beispiel an Ästen hängen bleiben und dich oder andere Verletzten.

Merke dir also: Große und leichte Sachen ins Bodenfach. Schwere Sachen in Rückennähe und mit leichten Gepäck stabilisieren. Wichtiges ins Deckelfach für den schnellen Zugriff.

Wenn du den Rucksack so packst, hast du die volle Kontrolle über deine Last. Denn du möchtest ja mit deinem Rucksack auf Reisen gehen und nicht der Rucksack mit dir, oder sehe ich das falsch?

Ich habe auch einmal davon gelesen, dass ein Rucksack Ideal gepackt ist, wenn dieser zum Schluss von alleine stehen kann ohne umzukippen. Bei mir klappt es Mittlerweile immer.

Um den Rucksack noch besser kontrollieren zu können, kannst du das Gewicht auch noch ein bisschen besser Verteilen. Denn umso höher du das schwere Gepäck in Rückennähe lagerst, desto besser lässt sich der Rucksack im Alpinen Gelände Kontrollieren. Je weiter unten die schweren Gegenstände liegen desto besser läuft es sich auf geraden Wegen.

Kurze Zusammenfassung

  • Zuerst solltest du die gesamte Ausrüstung einmal vor dir ausbreiten.
    Mache dich ans Aussortieren. Was brauchst du wirklich? Was kannst du zuhause lassen?

  • Dann sortierst du die Ausrüstung auf 5 Haufen.
    Bodenfach, Schwere Sachen, Leichte Sachen, Wichtiges und Sperriges.

  • Nun packst du den Rucksack. Zuerst das Bodenfach, dann die schweren Gegenstände in Rückennähe und stabilisierst alles mit den Leichten Sachen. Nun die wichtigen Sachen ins Deckelfach und zum Schluss bringst du die Sperrigen Sachen außen am Rucksack an.

  • Im Idealfall sollte der Rucksack nun von alleine stehen ohne umzukippen.

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