Was kann es schöneres geben als an einem sonnigen Tag mit seinem Kind eine Wanderung zu unternehmen?
Ok mir würden jetzt spontan auch mindestens 3 andere Dinge einfallen, die genauso spannend sind. Aber wir haben uns ja schließlich für eine Wanderung entschieden. 13 Kilometer, die Felsenpassage in der Eifel.
 
So ging es für uns an einem Samstag nach Obermaubach.
Von dort aus dem Wanderweg 07 folgend nach Nideggen, dann runter nach Zerkall und im Anschluss zurück nach Obermaubach.
So viel zur groben Tourenbeschreibung.

Ankunft in Obermaubach

Wir kamen zur Mittagszeit in Obermaubach an, der Parkplatz war schnell gefunden. Dieser lag direkt am Stausee.
Obwohl die dortigen Cafes gut besucht waren, hatten wir Glück und konnten noch einen freien Platz ergattert. Wir hätten aber auch keine Minute später kommen dürfen. 😛
 
Wir stiegen aus, ich schnürrte die Wanderschuhe und wir schulterten unsere Rucksäcke. Ausreichend Proviant hatten wir auf jeden Fall dabei. Bei so warmen Wetter ist Wasser ja das wichtigste.
Die Sonne stand schon hoch am Himmel, doch durch den Stausee war es windig genug, dass wir von der Hitze nicht viel merkten. Wir hielten hier kurz inne und Leon bestaunte ganz fasziniert den Staudamm. Eine der beiden Schleusen (nennt man das so?) war ein Stück weit geöffnet und ließ große Mengen an Wasser wie einen Wasserfall in die darunter liegende Rur plätzchern.
 
Im Anschluss haben wir beide schnell die Staumauer überquert und befanden uns nun auf dem Wanderweg Felsenpassage, der uns zuerst von hier nach Nideggen führen sollte.
Stauklappen Staudamm
Blick auf den Staudamm
Wir folgten ein kurzes Stück der Trasse der Rurtalbahn die links von uns verlief, bevor wir unseren ersten Anstieg zu bewältigen hatten. Weiter, immer weiter ging es bergauf, stellenweise ohne Schattenspendende Bäume. Erst rechts herum, dann links, dann wieder rechts, usw usw. Jetzt merkten wir die Mittagssonne, sie brannte ganz schön.
 
Immer wieder konnten wir den Blick über die Landschaft unter uns werfen. Wie hoch wir doch schon gegangen waren. Rechts und links säumten zahlreiche bunte Blumen und Sträucher den Wanderweg und so konnten wir unzählige Schmetterlinge und Hummeln bei ihrem wilden Treiben beobachten. Herrlich, einige brachten sich sogar extra für’s Foto in Pose. Ja ich weiß… aber lasst mir meinen glauben. 

Felsenpassage Panoramaweg

Oben angekommen, am Ende der Steigung wurden wir nach wenigen Metern mit einem wunderschönen Blick über Obermaubach und umliegende Lande belohnt. Ein Stückchen weiter kamen wir dann zur ersten Windschutzhütte, dort ließen wir uns im Schatten nieder und aßen eine Kleinigkeit. Nach dem Aufstieg von vorhin knurrte uns schon gewaltig der Magen und das obwohl wir gut gefrühstückt hatten. Denn mit leerem Magen sollte man keine Wanderung starten.
 
Gut gestärkt und erholt ging es wieder zurück auf die Felsenpassage, zurück in die Sonne, es lagen ja noch einige Kilometer vor uns. Unser Weg führte uns an Steinwänden vorbei, an denen Sohnemann schon das Verlangen spürte klettern zu müssen. Zwei, drei Kurven später wartete der nächste Aussichtspunkt auf uns fleißige Wanderer. Eine kleine Kapelle und mehrere Bänke von denen man ganz entspannt die Aussicht genießen kann. Von hier hatten wir einen ausgezeichneten Blick auf den Stausee.
 
Schnell packte Leon das Fernglas aus. Die Autos die von hier wie Ameisen aussahen, konnte man dank des Fernglases von nahem betrachten. Ganz Spannend was die Menschen da so treiben. Wir nutzen dafür das Fernglas von MilTec, dieses ist für unsere Zwecke vollkommen ausreichend und Leon überflog damit gespannt die Landschaft. Das Fernglas einzupacken hat sich hier echt gelohnt.
Die Aussicht war toll, weil man über die komplette Stadt gucken konnte.
Leon Klein
Abenteurer

Kaltes Wasser und endlich bergab

Nachdem wir dem Weg nun noch einige hundert Meter weiter gefolgt waren, tauchten wir in den Wald ein. Endlich wieder Schatten. Den Temperaturunterschied merkte man hier sofort. Die Sonne hatte uns auch gut gebruzelt.
Leon, obwohl ich ihn vorhin drei mal drauf hingewiesen hatte, ließ er natürlich seine Kappe zu Hause. Kinder… wer kennt das nicht.
Doch zum Glück, ich habe ja mein Multifunktionstuch eingepackt. Schnell wurde ihm aus dem Buff ein Piratentuch gebunden und der Kopf war vor der Sonne geschützt.
Stolz lief er mit dem Kopftuch über den Wanderweg.
 
Ich kann euch so ein Multifunktionstuch nur ans Herz legen. Nicht nur für Erwachsene, denn diese gibts mittlerweile auch in vielen Ausführungen für Kinder.
Ob im Winter als Halstuch oder im Sommer als Kopftuch, es passt einfach immer und kann in vielen Unterschiedlichen Varianten getragen werden.
 
So aber jetzt genug vom Kopftuch, zurück zur Felsenpassage.
 
Jetzt ging es auch ein wenig bergab. Schön gemächlich schlängelte sich der Weg durch den Wald Richtung Nideggen bis wir an eine Wasserquelle kamen.
Gut… ich gebs ja zu. Die Quelle war hier vielmehr ein Rohr welches aus einem Felsen kam.
Woher das Wasser nun ursprünglich stammte wusste ich nicht, deshalb beließen wir es auch nur beim abkühlen unserer Gesichter. Ich wollte jetzt keine Magenverstimmung riskieren.
 
Und etwas zur Trinkwasseraufbereitung hatte ich wirklich nicht eingepackt. Für 13 Kilometer braucht man dies ja auch wirklich nicht. Denn Flüssigkeit war ja ausreichend vorhanden. Bei mir in der 2L Trinkblase von Bora Sportsware und bei Leon in drei jeweils 500ml kleinen Wasserflaschen.
Also wurde sich an der Quelle nur kurz erfrischt und dann ging es weiter. Was kaltes Wasser nicht alles bewirken kann. Kennst du das auch? Es gibt einem direkt neue Kraft.
Das Wasser war das coolste im ganzen Wald, weil das Wasser so kalt war und man sich das Gesicht abkühlen konnte.
Leon Klein
Abenteurer

Die Kletterfelsen an der Felsenpassage

Weiter ging’s nun immer der 07 folgend der Felsenpassage entlang. Ein ganzen Stück ging es immer wieder bergab. Bis kurz vor Nideggen, hier stößt man auf die ersten Kletterfelsen und wir auf die ersten Menschen seid wir Obermaubach verlassen hatten. Bisher war es ein echt ruhiger Weg. Der in keinster Weise überlaufen war, obwohl ich anfangs davon ausgegangen bin. Immerhin liegt er sehr Zentral und ist für die umliegenden Ortschaften schnell zu erreichen. Doch wir begegneten erst kurz vor den Kletterfelsen den ersten Wanderern. Obwohl ihre weißen Helme am Rucksack ganz andere Absichten vermuten ließen. Ich kann also sagen, wer die Ruhe sucht, der ist hier richtig.
 
Nachdem wir die ersten Kletterfelsen hinter uns gelassen hatten, ging es nun auch wieder bergauf. Und auf dem gesamten Stück, was wir nun hoch mussten war zum leiden von Leon auch keine einzige Bank zu sehen.
Wir kämpften uns hoch, es wurde warm, die Beine schwer, die hälfte der Strecke lag nun hinter uns. Wunderschöne Sandsteinfelsen lagen hier zu unserer rechten und linken. Stellenweise konnte man auch hier die Aussicht kurz genießen und den Blick über die Landschaft schweifen lassen.
 
Oben angekommen, kurz vor Nideggen, kam dann auch endlich die erlösende Bank für Sohnemann.
Auf dieser wurde sich natürlich direkt lang gemacht. “Ich liebe diese Bank, hier bleib ich liegen” hörte ich ihn kümen.
Doch nach einer kurze Rast, einer kleinen Zwischenmahlzeit, die aus einem Marmeladen-Brötchen bestand, ging es auch schon wieder weiter. Kinder gewinnen unheimlich schnell wieder an Energie, und so konnte ich auch Leon nicht allzulange auf einer Bank festbinden.
 
Na dann, Rucksäcke auf, zweite Hälfte in Angriff genommen.

Zerkall und eine Aussicht die seines gleichen sucht.

Wir liefen noch ein kurzen Stück durch den Wald, doch nun erneut bergab.
Es ging es auf Zerkall zu. Der Rur wieder entgegen mit der Hoffnung, hier vielleicht die Füße einmal in kaltes Wasser tauchen zu dürfen.
Doch erst mussten wir dem Weg zwischen Weiden folgen.
 
Und da war sie wieder, die Sonne!
 
Hier kamen wir zum eigentlichen Startpunkt der Felsenpassage, über die Brücke durch das Tor des Nationalparks. Wenn du also den offiziellen Startpunkt des Wanderweges wählst, dann wäre hier dein Start, in Zerkall.
 
Wir folgten dem markierten Weg weiter, dieser führte uns über einen Asphaltierten weg entlang der Rur. Doch leider war uns diese durch Zeune verwehrt. Also wurde nichts aus Füße ins Wasser tauchen.
Ich persönlich bin ja kein großer Fan von Asphaltierten Wegen. Nach einer Weile merkt man es unheimlich an den Füßen. Weicher Waldboden finde ich dahingegen richtig angenehm, aber das ist ja Ansichtssache.
Was ist deine Meinung? Asphaltiert oder Waldboden?
 
Nach dem wir das Zweite Gut passiert hatten, kamen wir an die nächste Rurbrücke.
Unser Weg hätte uns eigentlich geradeaus weiter geführt, doch Leon entdeckte zu unserer linken einen kleinen Trampelpfad den Berg hinauf.
Das Hinweisschild “Achtung steiler Aufstieg” machte mir etwas sorgen, Leon überhaupt nicht.
Er wollte da jetzt hoch, also ging es für uns bergauf.
 
Oben angekommen hatten wir einen phänomenalen Ausblick.
Vor uns die ragten ein paar Felsen auf, doch der Blick war frei auf die unter uns liegende Rur.
Wir zwei hatten jetzt die Wahl zwischen der Bank die dort stand, oder dem Felsvorsprung.
Keine Angst, es ging nicht direkt steil bergab. Also abstürzen konnte man dort nicht wo wir uns nun hinsetzten um gemütlich noch unseren mitgenommenen Apfel zu essen.
Noch einmal Kraft tanken für den letzten drittel der Felsenpassage in der Eifel.

Die letzten Meter

Wieder zurück auf dem Weg gingen wir den gewohnten Asphaltierten Weg vorbei an Weiden, manche mit und manche ohne Pferde. Wir konnten von hier sogar den Gegenüberliegenden Wald sehen in dem wir vor ein paar Stunden noch hindurch gewandert sind. Sogar Teile der Kletterfelsen waren von hier zu erkennen. Wir haben echt schon ein ganzen Stück hinter uns.
13 Kilometer sind schon eine Menge, die letzten 13 Kilometer die ich als Rundkurs gewandert bin waren an einem verregneten Tag auf dem Lehmjöres Weg in Vicht.
 
Als wir erneut eine Rurbrücke überquerten konnten wir die Füße wieder einmal nicht ins kühle Nass halten. Leon schon leicht enttäuscht, ging aber Tapfer weiter.
Zuhause wartete ja zum Glück die Abkühlung, dies munterte ihn etwas auf und motivierte ihn erneut auch die letzten Meter noch zu gehen.
 
Nun überquerten wir die Bahntrasse der Rurtalbahn, wir waren fast am Ziel. Auf dem Schild vor uns stand in großen Zahlen 1,7 km bis zum Cafe, dem Cafe an dem wir vor knapp 5 Stunden starteten.
Doch Moment, die Wegmarkierung führte uns in die entgegengesetzte Richtung und wieder hinein in den Wald.
Nachdem der erste Schreck verdaut war und der Blick auf die Karte gewissheit verschuf konnten wir aufatmen. Der Weg ist in etwa der gleiche, er scheint sogar noch etwas kürzer zu sein. Obwohl es nun wieder ein Stück bergauf geht, waren wir immerhin im Schatten der Bäume.
 
Sogar einen Spielplatz konnten wir so noch besuchen, da dieser auf unserem Weg lag.
Kurze Zeit später standen wir dann aber wieder am Ausgangspunkt in Obermaubach.
Noch schnell über den Staudamm und wir saßen wieder im Auto.

Fazit

Wer einen schönen Wanderweg mit Abwechslung sucht, der ist bei der Felsenpassage genau richtig. Der Weg ist Ruhig, gelegentlich sieht man mal einen Fahrradfahrer, jedoch vermehrt auf dem letzten drittel. Die ersten sechs Kilometer verlaufen sehr ruhig. Doch bei sonnigem Wetter kann ich nur ausreichend Flüssigkeit empfehlen und auf jeden Fall eine Kopfbedeckung wie ein Multifunktionstuch, zum Beispiel von Buff.
Nehm dir auf jeden Fall 5-6 Stunden Zeit für den Weg, damit du auch die Aussicht genießen kannst.

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