Du bist bei schönstem Wetter mit dem Rucksack unterwegs, die Sonne strahlt, es ist warm und es weht dir eine leichte Brise um die Nase. Ideales Wanderwetter oder auch super für einen Klettersteig.
Doch während du jetzt so gemütlich mit deinem Gepäck durch die Landschafts ziehst, braut sich über dir etwas zusammen. Es bilden sich bedrohliche Wolken und aus weiter Ferne hörst du schon den Donner der unaufhaltsam näher kommt. Was du in so einem Augenblick tun kannst, um dich und deine Mitreisenden zu schützen, erkläre ich dir in meinem Artikel wie du dich bei Gewitter richtig verhältst.

Was passiert da Oben eigentlich?

Bevor ich dir aber jetzt meine Tipps, wie du dich bei Gewitter richtig verhältst, aufliste, möchte ich dir noch ein paar Fakten nennen und mit dem ein oder anderen Mythos aufräumen.

Bei Gewittern unterscheidet man in der Regel zwischen einem Wärmegewitter und einem Frontgewitter.

Erstes trifft uns meist zur Sommerzeit. Denn die Sonne erwärmt die Luft am Boden, dadurch verdunstet das Wasser und Wolken bilden sich. Diese steigen nun in kältere Höhen auf und es bilden sich zum Nachmittag hin meist Gewitterwolken. Um diesen Gewittern zu entgehen, hilf ein früher Start in den Tag. Somit ist man meist zur Mittagszeit oder am frühen Nachmittag schon am Ziel angekommen.

Ein Frontgewitter hingegen tritt das ganze Jahr über auf. Man kann sie daher auch Ganzjahresgewitter nennen. Diese Frontgewitter entstehen durch eine herannahende Kaltfront, die sich unter eine wärmere bodennahe Luftschicht schiebt und diese zum aufsteigen „zwingt“.

Meist fallen bei solchen Gewittern auch die Temperaturen stark ab.

richtiges Verhalten bei Gewitter

Sollte sich nun so ein Gewitter zusammen gebraut haben, entlädt sich die entstandene Spannung durch Blitze, die eine Verbindung zwischen den Wolken und dem Boden herstellen. Diese Hauptentladungen schlagen meist mit 100.000 – 300.000 Ampere ein.

Durch den Blitz erhöht sich die Temperatur der Luft um ca. 30.000°C, diese dehnt sich schlagartig aus und erzeugt so den hörbaren Donner.

Um nun die Distanz zwischen dir und dem Gewitter zu ermitteln, solltest du wissen das der Schall sich mit 340 Meter pro Sekunde bewegt. Also kannst du jetzt entweder die gezählten Sekunden zwischen Blitz und Donner mal 340 rechnen oder viel einfacher und fast genauso genau, dividiere die Sekunden ganz leicht durch drei.
Das Ergebnis ist die Entfernung in Kilometer.

Mythos oder Wahrheit?

Was ist dran an der Bauernweisheit Vor Eichen sollst du weichen, Buchen sollst du suchen!

Oder auch Eichen sollst du weichen, Fichten such’ mitnichten, Weiden sollst du meiden, aber Buchen sollst du suchen!

Es gibt die verschiedensten Ausführungen und sie sind alle Falsch.
Dem Blitz ist es nämlich sch**ß egal ob da nun eine Eiche, eine Buche oder eine Weide steht, für den Blitz ist Baum gleich Baum. Dieser sucht sich einfach den höchsten Punkt mit dem geringsten Widerstand.

So… bevor ich dich aber jetzt mit der ganzen Theorie, die du auf jeder Physiker-Seite nachlesen kannst langweile, kommen wir nun zu den Tipps wie du dich bei Gewitter richtig verhältst.

Wie du dich bei Gewitter richtig verhältst

  1. Erhöhte Positionen sofort verlassen

    Solltest du dich zu beginn des Gewitters auf einem Gipfel, einem Klettersteig, einem Grat oder einer sonstigen hohen Position wie zum Beispiel einem Felsplateau oder einer Hochebene befinden, solltest du dieses schnellstens verlassen. Denn der Blitz sucht sich auf seinem Weg zum Boden immer den geringsten Widerstand. Und im schlimmsten Falle bist das du.

  2. Suche dir Schutz

    Und das sollte nicht der nächste alleinstehende Baum auf dem freien Feld sein. Denn die Wahrscheinlichkeit, das der Blitz dort einschlägt ist ziemlich hoch. Wenn du die Möglichkeit hast, zum Auto zurück zu kehren, dann nutze diese Chance. Im geschlossenen Auto bist du vor einem Gewitter schon recht sicher. Doch was ist, wenn dein Auto nicht in der Nähe ist? Dann such den nächsten Wald und am besten dort eine Wetterschutzhütte. Häufig haben diese sogar einen Blitzableiter.

    Auch das Unterstellen unter Felsvorsprüngen oder in Höhleneingängen solltest du vermeiden. Wenn der Blitz oberhalb in den Boden einschlägt könnte dieser durch den Boden wieder auf euch überspringen.

  3. Nicht alleine

    Bist du nicht alleine Unterwegs, dann solltet ihr untereinander einen Sicherheitsabstand einhalten. So bietet ihr dem Gewitter nicht eine einzelnde Angriffsfläche und die anderen können Notfalls noch Hilfe leisten wenn einer vom Blitz getroffen wurde.

  4. Ausrüstung ablegen

    Packe alle Metallischen Gegenstände die du dabei hast in eine Plastiktüte oder einen anderen wasserdichten Beutel und werfe diesen weit von dir weg. Vergesse auch dein Messer am Gürtel nicht. Damit verhinderst du, das der Blitz von Metallischen Gegenständen angezogen wird und „auf dich aufmerksam wird“.

    Auch vor anderen Gegenständen aus Metall solltest du Abstand halten. Auf einem Klettersteig zum Beispiel ist das anfassen der Drahtseile nicht zu Empfehlen, diese Leiten den Strom besonders gut.

  5. Wetterschutz

    Dieser ist natürlich nicht zu Vernachlässigen. Wenn du dich während einem Gewitter richtig verhältst, dann solltest du dich auch entsprechend Kleiden. Dazu gehören Regenjacke, Regenhose und eine warme Schicht darunter, zum Beispiel in Form einer Fleecejacke. Vergesse auch nicht die Regenhülle für deinen Rucksack.

  6. Verhalten auf freiem Feld

    Hast du keine Möglichkeit irgendwo Schutz zu suchen und bist dem Gewitter auf freiem Felde ausgesetzt, dann komm bitte nicht auf die Idee dich flach auf den Boden zu legen. Dadurch bietest du dem Blitz eine viel zu große Fläche.

    Am besten hockst du dich auf deine Isomatte, dabei auf die Zehenspitzen stellen und Füße eng beieinander. Hast du keine Isomatte dabei, keine Panik, benutze einfach deinen Rucksack oder im Notfall eine Jacke. Wichtig dabei ist nur, das du vom Nassen Boden isoliert bist. Auch bei der Bewegung solltest du weite Schritte vermeiden.

  1. Wetterbericht checken

    Hilft natürlich ungemein und sollte bei der Planung der Tour nicht vernachlässigt werden. Vor allem bei Wanderungen im Alpinen Gelände. Sollte ein Wärmegewitter angekündigt werden, dann überlegt euch vielleicht die Tour ganz früh morgens zu starten. Dann seid ihr Wahrscheinlich Mittags schon am Ziel. Wenn ein Frontgewitter angekündigt ist, dann solltet ihr am besten die Tour verschieben. Sicher ist schließlich Sicher.

  2. Ruhe bewahren

    Ganz wichtiger Punkt! Damit du dich bei einem Gewitter richtig verhältst, bewahre auf jeden Fall Ruhe. Wenn du in Panik ausbrichst, dann kannst du nicht klar denken und machst Fehler. Atme tief durch und bleib ruhig.

Der Regenschutz für Nasse Tage

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Eines noch zum Schluss

Ich hoffe natürlich, dass du nie in eine solche Situation kommst, doch sollte es sich einmal nicht vermeiden lassen, dann werden meine Tipps dir hoffentlich helfen.

Welche Tipps habt ihr noch? Habe ich vielleicht etwas vergessen?

Schreibt es in die Kommentare.

Kurze Zusammenfassung

  1. Erhöhte Positionen sofort verlassen

  2. Suche dir Schutz

  3. In der Gruppe weit auseinander gehen

  4. Ausrüstung ablegen

  5. Wetterschutz anziehen

  6. Verhalte dich auf freiem Feld richtig

  7. Checke den Wetterbericht

  8. Ruhe bewahren

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